Neulich hat Murat in einer Predigt eine interessante Story erzählt. Da sie mich sehr angesprochen hat und Vieles von dem widerspiegelt, was ich (und sicher auch Andere) beim Unterwegssein mit Gott so erleben, will ich sie hier - mit ein paar persönlichen Gedanken und Ergänzungen - widergeben. Leider ist mir die ursprüngliche Quelle der Geschichte nicht bekannt - falls jemand diese kennt, bitte melden! Ich nenne die Story "Der Brief". Hier Teil 1:

"In einem armen Land mit hoher Arbeitslosenquote lebte eine junge Familie am Existenzminimum. Vater und Mutter waren arbeitslos und da es in der Umgebung kaum Aussichten auf einen Job gab, beschlossen die Eltern, dass der Mann ins Ausland gehen solle, um dort Arbeit zu finden. Die Mutter würde bei den Kindern bleiben und sich vor Ort um alles kümmern. Schweren Herzens nahmen sie Abschied und der Mann versprach seiner Frau zu schreiben und - sobald wie möglich - Geld für die Familie zu schicken. Eine letzte Umarmung und der Mann zog los...
Während ihr Mann nun im Ausland auf Jobsuche war, widmete die Frau sich ihren Kindern und dem Haushalt. Sie versuchte das Bisschen, was sie hatten, sparsam und behutsam einzuteilen. Sie wusste ja nicht, wann sie wieder von ihrem Mann hören würde oder wie lange es dauern würde, bis er ihnen Geld schicken konnte. Jeden Morgen, wenn die Post kam, ging sie aufgeregt und mit zitternden Händen zum Briefkasten. Doch in den ersten Tagen geschah Nichts: jedes Mal wenn sie hoffnungsvoll den Briefkasten öffnete, war er leer. Bis auf die wenigen Male, wo sie eine Rechnung darin fand. Keine Nachricht von ihrem Mann. Kein Lebenszeichen. Zwischen Traurigkeit und Hoffnung wankend, vergingen so mehrere Tage...".
Soweit Teil 1. Mich erinnert der Einstieg in diese Story, dass es im Leben definitiv solche Zeiten gibt. Zeiten, wo es uns genau wie dieser jungen Mutter geht: wir schwanken zwischen Hoffnung und Traurigkeit. Zwischen Glauben und Zweifel. Zwischen Vertrauen und Misstrauen. Zwischen Zuversicht und Verzweiflung. Vielleicht haben wir Gott um etwas Spezielles gebeten. Vielleicht hoffen wir in einem bestimmten Bereich auf sein Eingreifen. Auf ein Wunder. Auf eine Gebetserhörung, die wir so dringend brauchen! Doch der Briefkasten bleibt leer. Kein Lebenszeichen, keine Ermutigung, keine Veränderung. Es passiert einfach gar nichts. Der Himmel scheint zu schweigen. In solchen Zeiten helfen platte Sprüche wie "Kopf hoch" oder "Das wird schon wieder" wenig. Wir brauchen Gottes Reden. Sein Eingreifen. Etwas Übernatürliches. Unser Herz schreit: "Gott, wenn du hier nicht eingreifst, sind wir verloren". Und wir wissen, dass wir damit Recht haben.
Die Brief-Story geht weiter. Doch das weiß die Frau noch nicht. Und auch wir wissen es in solchen Zeiten nicht. Noch ist der Briefkasten leer. Wird es sich je ändern?!
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