Mittwoch, September 01, 2010

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Mittwoch, März 24, 2010

Der Brief - Teil 3

... Die Frau schaut besorgt aus dem Fenster. "Vertraust du deinem Mann", hatte ihr gemeinsamer Freund sie gefragt. Sie dreht sich um: "Ja, ich vertraue ihm, aber..." "Aber du machst dir Sorgen", vollendet der Freund ihren Satz. Er sieht sie mit einem kleinen Lächeln an. "Ja", antwortet sie, "natürlich mache ich mir Sorgen - was soll ich den tun wenn er uns kein Geld schickt?!". Unruhig läuft sie im Zimmer auf und ab. Der Freund zeigt auf die Couch: "Setz dich doch", sagt er mit ruhiger Stimme, "deine Sorgen sind unbegründet".
Die Frau setzt sich auf die Couch und blickt traurig zu ihrem Freund: "Unbegründet? Woher willst du das wissen?". Der Freund setzt sich auf den Sessel neben der Couch und reicht ihr den Brief zurück. "Du hast mir den Brief deines Mannes gezeigt. Aber da ist doch noch etwas im Umschlag?" "Ja," antwortete sie, "aber das ist nur ein Stück Papier, mit dem ich nichts anzufangen weiß. Er schickt immer diese kleinen Papierstücke mit. Ich habe sie gesammelt - in der Annahme, dass er sie für unsere Unterlagen aufbewahren will..."
Der Freund schmunzelt nun: "Nun, diese Papiere sollen ganz bestimmt nicht in eure Unterlagen! Du heftest ja auch keine Geldnoten dort ab, oder?!" Verwirrt blickt die junge Frau auf: "Wie meinst du das denn?" "Nun, diese Papierscheine, sind keine wichtigen Unterlagen zum Abheften, sondern schlicht und ergreifend Checks. Checks, mit denen du schon vor Wochen zur Bank hättest gehen können, um sie dort in Bargeld einzutauschen. Dein Mann hat dir diese Checks geschickt, damit auf dem Postweg kein Geld verloren geht!" Er machte eine Pause und sah wie der Gesichtsausdruck seiner Freundin von Verwirrung zu Hoffnung wechselte. "Du meinst, ich habe die ganze Zeit Checks abgeheftet anstatt sie auf der Bank gegen Bargeld einzulösen?!" Erleichterung machte sich breit. "Ja, genau das meine ich". Die junge Frau sprang auf. Ungläubig schüttelte sie den Kopf. Tränen lief ihr über die Wangen. Tränen der Erleichterung und Freude.
Wie die Geschichte nun weitergeht, wissen wir nicht. Es ist wohl anzunehmen, dass die junge Frau noch am gleichen Tag zumindest einen Teil der Checks zur Bank brachte und einlöste. Es ist anzunehmen, dass ihre Sorgen und Ängste von ihr abfielen und sie ihrem Mann einen Brief schrieb - voller Dankbarkeit und Freude. Es ist anzunehmen, dass der Mann diesen Brief las und sich freute, dass seine Frau ihm zum ersten Mal in einem ihrer Briefe für seine Mühe und seinen Einsatz dankte.
Ist es nicht auch bei uns manchmal so? Haben nicht auch wir unsere Schwierigkeiten und Kämpfe, Gottes "Währung" in manchen Situationen zu verstehen? Sind nicht auch wir manchmal blind, für Gottes Message an uns? Weil wir eine ganz andere Antwort oder eine andere Art von Antwort erwartet haben?
Vielleicht gilt es manchmal zu warten. Vielleicht schweigt Gott manchmal eine Weile. Aber vielleicht gilt es manchmal auch einfach den Check einzulösen, den ER uns schon längst geschickt hat. Vielleicht gilt es manchmal seinen Zusagen zu glauben, die ER schon vor langer Zeit gemacht hat.
"Kann man wirklich noch mehr erwarten? Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein? Gott hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle dem Tod ausgeliefert. Sollte er uns da noch etwas vorenthalten?. (Römer 8,31+32, HfA)

Donnerstag, Februar 25, 2010

Der Brief - Teil 2


Während ihr Mann ins Ausland zog um dort Arbeit zu finden, wartet seine Frau nun also Zuhause auf ein Lebenszeichen von ihm. Schließlich hatte sie ihn schweren Herzens ziehen lassen, damit er für sie und die Kinder sorgen konnte. Doch Nichts geschieht in den ersten Wochen...
"Jeden Morgen ging die Frau zum Briefkasten. Und jeden Morgen wurde ihr Herz schwerer: keine Nachricht. Sie begann sich ernsthaft Sorgen zu machen. Was war geschehen? War ihrem Mann etwas zugestoßen? Warum meldete er sich denn nicht? Hatte er sie etwa vergessen? Und wovon sollten sie die nächsten Tage leben?!...
Dann zu Beginn der neuen Woche geschieht das Wunder: im Briefkasten liegt ein Brief von ihm! Voller Aufregung rennt die Frau die Treppe hoch und reißt hastig den Umschlag auf. Sie liest den Brief, immer und immer wieder. Tränen der Freude. Aber auch Verwirrung und Enttäuschung. Denn der Brief enthält kein Geld, das sie so dringend gebraucht hätte. Ihr Mann schreibt, dass es ihm gut ginge und er Arbeit gefunden hätte. Dass er sie und die Kinder vermisse und viel an sie denke. Doch wie die Frau den Brief auch dreht und wendet - kein Geld ist darin zu finden. Trotz der Angst um die Zukunft, nimmt die Frau alle Hoffnung zusammen: vielleicht im nächsten Brief?!
Doch als dieser nach vier weiteren Wochen ankommt, ist die Enttäuschung und Verwirrung der Frau noch größer als davor: wieder nur berichtet ihr Mann von seinem neuen Job, der neuen Umgebung und seinen Erlebnissen. Wieder schreibt er nur, dass er sie vermisst - doch kein Geld für sie und die Kinder. Mutlos sakt die Frau auf ihren Stuhl: was soll sie bloß tun?!
Und so beschließt die Frau einen Freund um Rat zu fragen. Mit den Briefen in der Tasche geht sie zu ihm und bittet ihn um Hilfe. Sie erklärt ihm die Situation: wie sie und ihr Mann sich schweren Herzens trennten und er loszog um Arbeit zu finden. Wie sie Wochen lang gewartet und gehofft hatte. Wie sie nun, da sie seine Briefe erhält, froh ist, dass es ihm gut geht. Doch wie sie sich sorgt und Angst um die nächsten Tage hat, da sie kein Geld mehr zur Verfügung hat... Der Freund hört zu. Verständnisvoll nickt er. Und dann stellt er eine schlichte Frage. Er fragt: 'Vertraust du in all dem deinem Mann?'. Erstaunt blickt die Frau auf. Mit sorgvollem Blick schaut sie aus dem Fenster und flüsternd wiederholt sie die Frage: 'Vertraue ich ihm?'."

Auch uns stellt sich im Leben manchmal diese Frage: "Vertraue ich ihm?". Vertraue ich Gott? Vertraue ich seiner Liebe? Seiner Versorgung? Seinen Zusagen? Vertraue ich darauf, dass ER mein Bestes will? Dass ER mich nicht im Stich lässt?! Denn genau darum geht es in Zeiten, wo wir Gottes Handeln nicht verstehen. Es geht um die Vertrauens-Frage. Und wir sind herausgefordert uns dieser Frage zu stellen: Vertraue ich IHM?

Dienstag, Februar 09, 2010

Der Brief - Teil 1

Neulich hat Murat in einer Predigt eine interessante Story erzählt. Da sie mich sehr angesprochen hat und Vieles von dem widerspiegelt, was ich (und sicher auch Andere) beim Unterwegssein mit Gott so erleben, will ich sie hier - mit ein paar persönlichen Gedanken und Ergänzungen - widergeben. Leider ist mir die ursprüngliche Quelle der Geschichte nicht bekannt - falls jemand diese kennt, bitte melden! Ich nenne die Story "Der Brief". Hier Teil 1:


"In einem armen Land mit hoher Arbeitslosenquote lebte eine junge Familie am Existenzminimum. Vater und Mutter waren arbeitslos und da es in der Umgebung kaum Aussichten auf einen Job gab, beschlossen die Eltern, dass der Mann ins Ausland gehen solle, um dort Arbeit zu finden. Die Mutter würde bei den Kindern bleiben und sich vor Ort um alles kümmern. Schweren Herzens nahmen sie Abschied und der Mann versprach seiner Frau zu schreiben und - sobald wie möglich - Geld für die Familie zu schicken. Eine letzte Umarmung und der Mann zog los...

Während ihr Mann nun im Ausland auf Jobsuche war, widmete die Frau sich ihren Kindern und dem Haushalt. Sie versuchte das Bisschen, was sie hatten, sparsam und behutsam einzuteilen. Sie wusste ja nicht, wann sie wieder von ihrem Mann hören würde oder wie lange es dauern würde, bis er ihnen Geld schicken konnte. Jeden Morgen, wenn die Post kam, ging sie aufgeregt und mit zitternden Händen zum Briefkasten. Doch in den ersten Tagen geschah Nichts: jedes Mal wenn sie hoffnungsvoll den Briefkasten öffnete, war er leer. Bis auf die wenigen Male, wo sie eine Rechnung darin fand. Keine Nachricht von ihrem Mann. Kein Lebenszeichen. Zwischen Traurigkeit und Hoffnung wankend, vergingen so mehrere Tage...".


Soweit Teil 1. Mich erinnert der Einstieg in diese Story, dass es im Leben definitiv solche Zeiten gibt. Zeiten, wo es uns genau wie dieser jungen Mutter geht: wir schwanken zwischen Hoffnung und Traurigkeit. Zwischen Glauben und Zweifel. Zwischen Vertrauen und Misstrauen. Zwischen Zuversicht und Verzweiflung. Vielleicht haben wir Gott um etwas Spezielles gebeten. Vielleicht hoffen wir in einem bestimmten Bereich auf sein Eingreifen. Auf ein Wunder. Auf eine Gebetserhörung, die wir so dringend brauchen! Doch der Briefkasten bleibt leer. Kein Lebenszeichen, keine Ermutigung, keine Veränderung. Es passiert einfach gar nichts. Der Himmel scheint zu schweigen. In solchen Zeiten helfen platte Sprüche wie "Kopf hoch" oder "Das wird schon wieder" wenig. Wir brauchen Gottes Reden. Sein Eingreifen. Etwas Übernatürliches. Unser Herz schreit: "Gott, wenn du hier nicht eingreifst, sind wir verloren". Und wir wissen, dass wir damit Recht haben.


Die Brief-Story geht weiter. Doch das weiß die Frau noch nicht. Und auch wir wissen es in solchen Zeiten nicht. Noch ist der Briefkasten leer. Wird es sich je ändern?!


In solch einer Phase schrieb David Psalm 13. Schöne Vertonung von Vineyard UK hier: Psalm 13.