Donnerstag, Februar 25, 2010

Der Brief - Teil 2


Während ihr Mann ins Ausland zog um dort Arbeit zu finden, wartet seine Frau nun also Zuhause auf ein Lebenszeichen von ihm. Schließlich hatte sie ihn schweren Herzens ziehen lassen, damit er für sie und die Kinder sorgen konnte. Doch Nichts geschieht in den ersten Wochen...
"Jeden Morgen ging die Frau zum Briefkasten. Und jeden Morgen wurde ihr Herz schwerer: keine Nachricht. Sie begann sich ernsthaft Sorgen zu machen. Was war geschehen? War ihrem Mann etwas zugestoßen? Warum meldete er sich denn nicht? Hatte er sie etwa vergessen? Und wovon sollten sie die nächsten Tage leben?!...
Dann zu Beginn der neuen Woche geschieht das Wunder: im Briefkasten liegt ein Brief von ihm! Voller Aufregung rennt die Frau die Treppe hoch und reißt hastig den Umschlag auf. Sie liest den Brief, immer und immer wieder. Tränen der Freude. Aber auch Verwirrung und Enttäuschung. Denn der Brief enthält kein Geld, das sie so dringend gebraucht hätte. Ihr Mann schreibt, dass es ihm gut ginge und er Arbeit gefunden hätte. Dass er sie und die Kinder vermisse und viel an sie denke. Doch wie die Frau den Brief auch dreht und wendet - kein Geld ist darin zu finden. Trotz der Angst um die Zukunft, nimmt die Frau alle Hoffnung zusammen: vielleicht im nächsten Brief?!
Doch als dieser nach vier weiteren Wochen ankommt, ist die Enttäuschung und Verwirrung der Frau noch größer als davor: wieder nur berichtet ihr Mann von seinem neuen Job, der neuen Umgebung und seinen Erlebnissen. Wieder schreibt er nur, dass er sie vermisst - doch kein Geld für sie und die Kinder. Mutlos sakt die Frau auf ihren Stuhl: was soll sie bloß tun?!
Und so beschließt die Frau einen Freund um Rat zu fragen. Mit den Briefen in der Tasche geht sie zu ihm und bittet ihn um Hilfe. Sie erklärt ihm die Situation: wie sie und ihr Mann sich schweren Herzens trennten und er loszog um Arbeit zu finden. Wie sie Wochen lang gewartet und gehofft hatte. Wie sie nun, da sie seine Briefe erhält, froh ist, dass es ihm gut geht. Doch wie sie sich sorgt und Angst um die nächsten Tage hat, da sie kein Geld mehr zur Verfügung hat... Der Freund hört zu. Verständnisvoll nickt er. Und dann stellt er eine schlichte Frage. Er fragt: 'Vertraust du in all dem deinem Mann?'. Erstaunt blickt die Frau auf. Mit sorgvollem Blick schaut sie aus dem Fenster und flüsternd wiederholt sie die Frage: 'Vertraue ich ihm?'."

Auch uns stellt sich im Leben manchmal diese Frage: "Vertraue ich ihm?". Vertraue ich Gott? Vertraue ich seiner Liebe? Seiner Versorgung? Seinen Zusagen? Vertraue ich darauf, dass ER mein Bestes will? Dass ER mich nicht im Stich lässt?! Denn genau darum geht es in Zeiten, wo wir Gottes Handeln nicht verstehen. Es geht um die Vertrauens-Frage. Und wir sind herausgefordert uns dieser Frage zu stellen: Vertraue ich IHM?

Dienstag, Februar 09, 2010

Der Brief - Teil 1

Neulich hat Murat in einer Predigt eine interessante Story erzählt. Da sie mich sehr angesprochen hat und Vieles von dem widerspiegelt, was ich (und sicher auch Andere) beim Unterwegssein mit Gott so erleben, will ich sie hier - mit ein paar persönlichen Gedanken und Ergänzungen - widergeben. Leider ist mir die ursprüngliche Quelle der Geschichte nicht bekannt - falls jemand diese kennt, bitte melden! Ich nenne die Story "Der Brief". Hier Teil 1:


"In einem armen Land mit hoher Arbeitslosenquote lebte eine junge Familie am Existenzminimum. Vater und Mutter waren arbeitslos und da es in der Umgebung kaum Aussichten auf einen Job gab, beschlossen die Eltern, dass der Mann ins Ausland gehen solle, um dort Arbeit zu finden. Die Mutter würde bei den Kindern bleiben und sich vor Ort um alles kümmern. Schweren Herzens nahmen sie Abschied und der Mann versprach seiner Frau zu schreiben und - sobald wie möglich - Geld für die Familie zu schicken. Eine letzte Umarmung und der Mann zog los...

Während ihr Mann nun im Ausland auf Jobsuche war, widmete die Frau sich ihren Kindern und dem Haushalt. Sie versuchte das Bisschen, was sie hatten, sparsam und behutsam einzuteilen. Sie wusste ja nicht, wann sie wieder von ihrem Mann hören würde oder wie lange es dauern würde, bis er ihnen Geld schicken konnte. Jeden Morgen, wenn die Post kam, ging sie aufgeregt und mit zitternden Händen zum Briefkasten. Doch in den ersten Tagen geschah Nichts: jedes Mal wenn sie hoffnungsvoll den Briefkasten öffnete, war er leer. Bis auf die wenigen Male, wo sie eine Rechnung darin fand. Keine Nachricht von ihrem Mann. Kein Lebenszeichen. Zwischen Traurigkeit und Hoffnung wankend, vergingen so mehrere Tage...".


Soweit Teil 1. Mich erinnert der Einstieg in diese Story, dass es im Leben definitiv solche Zeiten gibt. Zeiten, wo es uns genau wie dieser jungen Mutter geht: wir schwanken zwischen Hoffnung und Traurigkeit. Zwischen Glauben und Zweifel. Zwischen Vertrauen und Misstrauen. Zwischen Zuversicht und Verzweiflung. Vielleicht haben wir Gott um etwas Spezielles gebeten. Vielleicht hoffen wir in einem bestimmten Bereich auf sein Eingreifen. Auf ein Wunder. Auf eine Gebetserhörung, die wir so dringend brauchen! Doch der Briefkasten bleibt leer. Kein Lebenszeichen, keine Ermutigung, keine Veränderung. Es passiert einfach gar nichts. Der Himmel scheint zu schweigen. In solchen Zeiten helfen platte Sprüche wie "Kopf hoch" oder "Das wird schon wieder" wenig. Wir brauchen Gottes Reden. Sein Eingreifen. Etwas Übernatürliches. Unser Herz schreit: "Gott, wenn du hier nicht eingreifst, sind wir verloren". Und wir wissen, dass wir damit Recht haben.


Die Brief-Story geht weiter. Doch das weiß die Frau noch nicht. Und auch wir wissen es in solchen Zeiten nicht. Noch ist der Briefkasten leer. Wird es sich je ändern?!


In solch einer Phase schrieb David Psalm 13. Schöne Vertonung von Vineyard UK hier: Psalm 13.