
Während ihr Mann ins Ausland zog um dort Arbeit zu finden, wartet seine Frau nun also Zuhause auf ein Lebenszeichen von ihm. Schließlich hatte sie ihn schweren Herzens ziehen lassen, damit er für sie und die Kinder sorgen konnte. Doch Nichts geschieht in den ersten Wochen...
"Jeden Morgen ging die Frau zum Briefkasten. Und jeden Morgen wurde ihr Herz schwerer: keine Nachricht. Sie begann sich ernsthaft Sorgen zu machen. Was war geschehen? War ihrem Mann etwas zugestoßen? Warum meldete er sich denn nicht? Hatte er sie etwa vergessen? Und wovon sollten sie die nächsten Tage leben?!...
Dann zu Beginn der neuen Woche geschieht das Wunder: im Briefkasten liegt ein Brief von ihm! Voller Aufregung rennt die Frau die Treppe hoch und reißt hastig den Umschlag auf. Sie liest den Brief, immer und immer wieder. Tränen der Freude. Aber auch Verwirrung und Enttäuschung. Denn der Brief enthält kein Geld, das sie so dringend gebraucht hätte. Ihr Mann schreibt, dass es ihm gut ginge und er Arbeit gefunden hätte. Dass er sie und die Kinder vermisse und viel an sie denke. Doch wie die Frau den Brief auch dreht und wendet - kein Geld ist darin zu finden. Trotz der Angst um die Zukunft, nimmt die Frau alle Hoffnung zusammen: vielleicht im nächsten Brief?!
Doch als dieser nach vier weiteren Wochen ankommt, ist die Enttäuschung und Verwirrung der Frau noch größer als davor: wieder nur berichtet ihr Mann von seinem neuen Job, der neuen Umgebung und seinen Erlebnissen. Wieder schreibt er nur, dass er sie vermisst - doch kein Geld für sie und die Kinder. Mutlos sakt die Frau auf ihren Stuhl: was soll sie bloß tun?!
Und so beschließt die Frau einen Freund um Rat zu fragen. Mit den Briefen in der Tasche geht sie zu ihm und bittet ihn um Hilfe. Sie erklärt ihm die Situation: wie sie und ihr Mann sich schweren Herzens trennten und er loszog um Arbeit zu finden. Wie sie Wochen lang gewartet und gehofft hatte. Wie sie nun, da sie seine Briefe erhält, froh ist, dass es ihm gut geht. Doch wie sie sich sorgt und Angst um die nächsten Tage hat, da sie kein Geld mehr zur Verfügung hat... Der Freund hört zu. Verständnisvoll nickt er. Und dann stellt er eine schlichte Frage. Er fragt: 'Vertraust du in all dem deinem Mann?'. Erstaunt blickt die Frau auf. Mit sorgvollem Blick schaut sie aus dem Fenster und flüsternd wiederholt sie die Frage: 'Vertraue ich ihm?'."
Auch uns stellt sich im Leben manchmal diese Frage: "Vertraue ich ihm?". Vertraue ich Gott? Vertraue ich seiner Liebe? Seiner Versorgung? Seinen Zusagen? Vertraue ich darauf, dass ER mein Bestes will? Dass ER mich nicht im Stich lässt?! Denn genau darum geht es in Zeiten, wo wir Gottes Handeln nicht verstehen. Es geht um die Vertrauens-Frage. Und wir sind herausgefordert uns dieser Frage zu stellen: Vertraue ich IHM?
